Wege ins Lötschental

Zu Fuß

Über den Lötschberg:
Der Lötschenpass ist ein alter Römerweg und war wohl bis zum Bau des Lötschbergtunnels eine wichtige Verbindung vom bzw. ins Berner Oberland. Von Kandersteg aus läuft man, nach einem kurzen, steilen Anstieg, 2,5 - 3 Stunden durch das Gasterntal, bevor bei Selden der Aufstieg zum Pass beginnt. Verpassen Sie nicht das Brückchen über die Kander, die weiter hinten im Tal entspringt. Ab hier geht es ziemlich steil bergauf, von etwa 1530 m über die Gfällalp bis zur Passhöhe auf 2690 m – aber man muss ja nicht rennen. Oben gibt es Übernachtungsmöglichkeiten für die, deren Füße schmerzen oder für die, die noch einen Abstecher aufs Hockenhorn (3293 m) unternehmen möchten. Vom Pass aus kann man sich Richtung Kummenalp / Ferden / Goppenstein oder Richtung Lauchernalp wenden. Bis Ferden sind es etwa 2 Stunden 45 Minuten (bis um Bahnhof Goppenstein etwa eine Stunde mehr), zur Lauchernalp anderthalb Stunden.

Von Leukerbad:
Per Seilbahn oder zu Fuß geht es von Leukerbad zur Torrentalp hinauf und von dort Richtung Restipass. Wenn Sie diesen überschritten haben, erwartet Sie ein herrlicher Blick über das gesamte Lötschental. Bleiben Sie einfach ab und zu stehen, um diesen Blick zu genießen. Auf der Restialp erreicht man den Lötschentaler Höhenweg, dem man Richtung Lauchernalp oder in entgegengesetzter Richtung zur Faldumalp folgt (von hier geht es steil durchs Haselleen Richtung Goppenstein), oder man steigt direkt nach Ferden ins Tal.

Beide Touren finden Sie sicher in Lötschentaler Wanderführern in entgegengesetzter Richtung. Ich meine: ins Tal hinein sind sie noch schöner!

Auch von Gampel/Steg im Rhonetal aus kann man natürlich zu Fuß ins Lötschental gelangen. Einmal über die alte Fahrstraße. Hier lernt man die Wildheit der Schlucht kennen und bekommt einen Eindruck von der Zeit, als hier noch Steinschlag und Lawinen den Verkehr unterbrachen. Ein anderer wunderbarer Weg ist der über Jeizinen und Meiggenalp oder den Niven.

Mit Hilfe eines Bergführers kann man auch über den Petersgrat oder zu bestimmten Zeiten (auch auf Ski) durch die Lötschenlücke ins Lötschental gelangen.

Per Bahn

Für Bahnreisende ist Goppenstein der Eingang zum Lötschental. Hier halten alle Schnellzüge, die die internationale Nord-Süd-Verbindung der BLS (Bern-Lötschberg-Simplon) befahren. Es gibt nicht nur direkte Verbindungen aus vielen Schweizer Großstädten oder von den großen Flughäfen aus, sondern auch z. B. aus Köln, Dortmund oder Hannover.
Von Düsseldorf aus kann man Goppenstein in weniger als 9 Stunden erreichen (ohne umsteigen zu müssen!). Nimmt man das Umsteigen in Kauf, geht es noch ca. 1,5 Stunden schneller.

Per Auto

Reist man mit dem Auto an, hat man – von Norden oder Osten kommend – zwei Möglichkeiten.

Erstens: Man kann die Autobahn benutzen und über Basel oder Zürich nach Bern, und von da aus über die A6 bis Spiez fahren, und dann durch das Kandertal bis Kandersteg zum Autoverlad durch den Lötschbergtunnel. Der erste Zug fährt übrigens gegen 5 Uhr, der letzte um 24 Uhr. Die Züge verkehren mindestens halbstündlich, an Wochenenden sowie von Juli bis Oktober öfter, die Fahrzeit durch den Tunnel beträgt etwa eine viertel Stunde.

Zweitens: Man fährt etwas früher los, nimmt sich etwas mehr Zeit und fährt via Luzern, Brünigpass und Grimsel oder via Chur, Oberalppass und Furka ins obere Rhonetal und diesem folgend, bis man bei Gampel/Steg ins Lötschental einbiegt.
Nach einigen Serpentinen geht es da, wo das Lötschental eigentlich beginnt, in den Straßentunnel.
In diesem umfährt man die Lonzaschlucht (siehe "Zu Fuß") und sieht seit seiner Fertigstellung nichts mehr von der Wildheit des ersten Teils des Tales, dessen Kenntnis meiner Meinung nach zum Verständnis des Tales notwendig ist. Dafür kann man aber die ganze Fahrt durch den Tunnel in Ruhe über die Frage nach Fluch oder Segen des Fortschrittes diskutieren.

Per Flugzeug

... kommt man natürlich nicht ins Lötschental (allenfalls per Helikopter bei genügender Berühmtheit – ehem. Bundeskanzler Gerhard Schröder – oder genügend dickem Geldbeutel). Wer allerdings von weiter weg (z. B. aus Übersee) kommt, oder seine Reisezeit verkürzen will, kann sich freuen, dass die Flughäfen Bern, Basel, Zürich-Kloten, Genf und Mailand alle nicht all zu weit entfernt liegen. Die Reststrecke mit der Bahn bis Goppenstein ist dann ein Klacks: Von Bern aus sind es gerade einmal gute anderthalb Stunden, von Zürich und Genf etwa drei Stunden Fahrzeit.


08.09.2003 - Letzte Aktualisierung dieser Seite: 27.09.2006 - © edgar droste-orlowski

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